Rezension: „Maybe Someday“

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Das Letzte, was Sydney will, als sie bei dem attraktiven Gitarristen Ridge einzieht, ist, sich in ihn zu verlieben. Zu frisch ist die Wunde, die ihr Ex hinterlassen hat. Und auch Ridge hat gute GrĂŒnde, seine neue Mitbewohnerin nicht zu nah an sich ranzulassen, denn er hat seit Jahren eine feste Freundin: Maggie – hĂŒbsch, sympathisch, klug, witzig. Und dann passiert es doch. Als Sydney beginnt, Ridge beim Songschreiben zu helfen, kommen sie sich nĂ€her als erwartet. Auch wenn beide die Stopptaste drĂŒcken, bevor wirklich etwas passiert, können sie nichts gegen die immer intensivere Anziehung ausrichten, die sie zu unterdrĂŒcken versuchen – vergeblich. // (Klappentext)

  • Broschiert / eBook
  • Verlag: dtv (2016, 2. Auflage)

Die Autorin: »Colleen Hoover stand mit ihrem DebĂŒt â€șWeil ich Layken liebeâ€č, das sie zunĂ€chst als eBook veröffentlichte, sofort auf der Bestsellerliste der â€șNew York Timesâ€č. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Mit ihren zahlreichen Romanen, die alle zu internationalen Megasellern wurden, verfĂŒgt Colleen Hoover weltweit ĂŒber eine riesengroße Fangemeinde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas.« (Quelle: dtv)

Der Roman: Die Grundelemente fĂŒr die Hauptstory werden im Prolog verraten: Sydneys Freund geht mit ihrer Mitbewohnerin fremd. Sie zieht spontan aus, weil sie den Gedanken nicht ertragen kann, mit ihrer Freundin noch lĂ€nger zusammenzuwohnen. Unterschlupf findet sie bei Ridge, der direkt gegenĂŒber wohnt; einem Gitarristen, den sie bereits öfter auf dem Balkon beim Spielen zugehört hatte. Trotz der Schmerzen und dem Verlust entsteht eine NĂ€he zwischen den Beiden. Und damit beginnt der Kampf um unterdrĂŒckte GefĂŒhle, um Freundschaft und mehr.

Vor dem Lesen rechnete ich mit einem leichten Jugendbuch, dann wurde es aber weitaus erwachsener und tiefgrĂŒndiger. Es ist auch nicht einfach nur ein Liebesroman, dafĂŒr spielen zu viele andere Aspekte mit hinein. Vor allem, da Ridge eine relativ seltene „Eigenschaft“ besitzt, wenn man es so beschreiben kann, mit der er zurechtkommen muss und die den Alltag manchmal erschweren kann. Mehr kann ich zu diesem Punkt nicht erwĂ€hnen, da diese Tatsache erst spĂ€ter im Buch aufgedeckt wird.

Die Tatsache, dass Ridge durch seine GefĂŒhle zu Sydney seine Freundin Maggie hintergeht, ist natĂŒrlich alles andere als gut, aber beide versuchen sehr stark ihre GefĂŒhle zu unterdrĂŒcken. Es mag andere Lösungen geben, die moralisch weitaus angebrachter sind, doch auch solche Geschichten muss es geben. Vielleicht finde ich gerade aus dem Grund den Roman so lesenswert.

Der Leser erfĂ€hrt, geschrieben aus der Sicht von Sydney und Ridge, die Gedanken und inneren KĂ€mpfe von Beiden; ab und zu auch eine Situation aus den unterschiedlichen Sichtweisen. Gepaart mit RĂŒckblenden und ErzĂ€hlungen von Zeiten, in denen sie sich noch nicht kannten. Und zwischen den Zeilen spĂŒrt man eine Verzweiflung, die kaum zu lösen ist. Trotzdem schafft es die Autorin ein realistisches Ende zu schreiben.

Fazit: 5/5 Colleen Hoover wirkt auf mich bereits nach dem ersten Roman, den ich von ihr gelesen habe, und nach den Klappentexten der anderen Romane, wie das weibliche Pendant zu John Green: Emotionale, einfĂŒhlsame, aber auch zerrĂŒttende Geschichten, die trotz schmerzhafter Aspekte Hoffnung aufzeigen und das GefĂŒhl hinterlassen, dass das Leben schön ist, auch wenn es manchmal nicht so erscheint.

»Heute ist ein echter Scheißtag, Syd. Ein Oberscheißtag. Manchmal braucht es ein paar Scheißtage im Leben, damit wir den Blick fĂŒr die guten nicht verlieren.« (Warren)

 

Lesenswerte Rezensionen von anderen Lesern:
Eine etwas kritischere Meinung auf Ilys BĂŒcherblog
Eine positive Rezi auf lovelybooks (mit Spoiler, aber spannend fĂŒr nach dem Lesen. :))