Meine letzten Lesemonate // Buchempfehlungen

Erst einmal ein Hallo zurĂŒck! 😊

Im Folgenden stelle ich euch meine zuletzt gelesenen BĂŒcher vor, ausfĂŒhrliche Rezensionen werden teilweise noch folgen. Falls ihr bereits eines davon gelesen habt, freue ich mich ĂŒber Eure Meinung.

Allen vorangestellt eines meiner neuen LieblingsbĂŒcher, das ich Euch unbedingt empfehlen muss: »No und ich« von Delphine de Vigan. Es hat mich emotional komplett mitgerissen.

Wenn Ihr tiefgehende Romane mit einsamen EinzelgÀngern, dann werdet Ihr »No und ich« von Delphine de Vigan ebenso lieben.

Ich las diesen Jugendroman im Rahmen eines Französisch-Seminars in der Uni, beziehe mich daher also auf die französische Originalfassung. Die deutsche Ausgabe ist im Droemer Knaur Verlag erschienen.
»No et moi« handelt von drei außergewöhnlichen Charakteren in Paris, die alle auf ihre eigene Art einsam und verloren wirken. Da ist No, die seit Jahren auf der Straße lebt, geprĂ€gt von ihren schlimmen Kindheitserfahrungen kennt sie weder Liebe noch FĂŒrsorge. Dann ist da die dreizehnjĂ€hrige Lou, hochbegabt und unsicher, die in ihrer Freizeit EnzyklopĂ€dien durchackert und lieber alle möglichen Dinge im Leben analysiert anstatt ihre Angst zu ĂŒberwinden und mit den MĂ€dchen ihrer Klasse redet. Und da ist Lucas, der Rebell, der alleine lebt, und von seiner Mutter nur jeden Monat Geld fĂŒr den Lebensunterhalt ĂŒberwiesen bekommt.
Ein Roman, der die Thematik der Obdachlosigkeit behandelt, aber auch familiÀre Beziehungen und Freundschaft, die AnnÀherung zwischen drei völlig gegensÀtzlichen Persönlichkeiten, die sich trotzdem oder gerade deswegen ergÀnzen.

 

Wenn Ihr Geschichten vom Erwachsenwerden mögt und JugendbĂŒcher toll findet, lest »Das Morgen ist immer schon jetzt« von Patrick Ness aus dem cbj Verlag.

Anfangs konnte ich nicht viel mit dem Buch angefangen, ich hatte es mir in einer Buchhandlung gekauft, da es zwischen den Jugendromanen Tschick von Wolfgang Herrndorf und Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky stand, die ich beide super fand. Zu Beginn wirkte es wie eine Mischung aus Fantasy und Jugendroman, bis sich beide Ebenen immer mehr ineinander verflochten, und so wurden die fantastischen Elemente glaubwĂŒrdiger. Vor allem handelt dieser Roman aber von Freundschaft, von der Zeit im Abschlussjahr, bevor sich alles verĂ€ndern wird und sich Wege trennen werden, von der Zeit vor der Grenze zwischen Jung- und Erwachsensein, die in diesem Buch fast schon wie ein Abgrund erscheint, den man nicht ĂŒbertreten möchte.

 

Wenn Ihr auf Fantasy und Trilogien steht, lest »Arkadien« von Kai Meyer, erschienen im Carlsen Verlag.

Ich selbst habe es nicht so mit Trilogien. Meistens komme ich nicht ĂŒber den ersten Band hinaus und irgendwann ist so viel Zeit verstrichen, dass ich die Geschichte kaum noch in Erinnerung habe und daher gar nicht erst weiterlese. Anders bei der Arkadien Trilogie von Kai Meyer. Der Autor wird sehr gehypt und bisher habe ich kein einziges Buch von ihm gelesen. Diese Reihe hatte ich innerhalb von zwei Wochen gelesen und mich dabei immer wieder gefragt, wie der Autor es schafft, den Überblick ĂŒber seine ganzen Wendungen zu behalten. Die Geschichte bleibt spannend und sobald ich denke, was denn jetzt noch kommen könnte, haut der Autor wieder etwas Neues heraus. Das Krasse dabei ist, dass sogar im dritten Band Dinge herauskommen, die im ersten Band nur angedeutet wurden und noch gar nicht wichtig erschienen.
Wenn ihr eine fantastische Geschichte rund um die sizilianische Mafia und Gestaltwandlungen erwartet, dann ist diese Trilogie genau das Richtige fĂŒr euch.

 

Wenn Ihr Biografien nicht abgeneigt seid und Katzen ebenso bewundert, kann ich Euch das Buch »Das GlĂŒck, von einer Katze gefunden zu werden« von Anny Duperey aus dem S. Fischer Verlag empfehlen.

Ich muss zugeben, dass mir die Schauspielerin auf Bildern zwar bekannt vorkam, ich aber mehr nicht von ihr wusste. Allerdings bin ich auch kein großer Filmfan. Sie scheint zumindest eine ziemlich krasse Persönlichkeit zu sein. Dieses Bild zeigt zumindest das Buch. Es geht nicht nur um Katzen, sondern vor allem um ihre eigene Lebensgeschichte: Wie sie in der Nachkriegszeit aufwuchs und die Katzen ihre Erinnerung an diese Zeit zurĂŒckholen und wie sie den frĂŒhen Tod ihrer Eltern langsam doch ĂŒberwinden kann. Aber auch ihre Gedanken zu den verschiedensten Themen machen dieses Buch so lesenswert.

 

Wenn Ihr mal nicht so viel Zeit fĂŒr ganze Romane habt und lieber Kurzgeschichten lesen wollt, dann sind folgende Anthologien vielleicht etwas fĂŒr Euch.

Wenn Ihr gerne zockt UND lest, kommt Ihr an der Anthologie »Gamer« aus dem Begedia Verlag nicht vorbei.

Hier bin ich mit meiner Geschichte »Start New Game?« vertreten und war auch so schon stolz genug, dabei sein zu dĂŒrfen. Als ich dann die anderen Storys gelesen hatte, war es noch ein grĂ¶ĂŸeres »Oh Gott, oh Gott, oh Gott, und ich bin mit drin!« Meist hat man ja in Anthologien seine persönlichen Lieblinge, doch ich könnte wirklich nicht sagen, welche Story mir am meisten gefallen hat.

Am Welttag des Buches wird es noch ein Gewinnspiel hierzu geben.

 

Etwas ganz anderes ist die Mayapunk-Anthologie »Im Schatten von Xibalba« (Hrsg. Sven Klöpping) aus dem p.machinery Verlag.

Das Hauptmotiv von allen Geschichten ist die Liebe von zwei Menschen aus verfeindeten Völkern, die Freundschaft und AnnĂ€herung ĂŒber scheinbar unĂŒberwindbare Grenzen. Mit dem Thema allgemein hatte ich mich bisher nie beschĂ€ftigt, fĂŒr mich war vieles neu. Einige Autoren haben ziemlich gut recherchiert fĂŒr ihre Geschichten, bauen ganze Mayabegriffe mit ein und machen neugierig auf das Thema, um sich mehr damit zu beschĂ€ftigen.
Schaut man sich die Autorenliste genauer an, weiß man auch, warum. Mit dabei sind sogar ein Politikwissenschaftler, ein Kulturanthropologe, ein Kunsthistoriker und generell Autoren mit sehr viel Leidenschaft fĂŒr Geschichte.

 

Und was sind Eure derzeitigen Leseempfehlungen?