Rezension: „Die Tigerin“

die-tigerin-cover

Die Kommissarin Anna Gaspar steckt mitten in einem aufsehenerregenden Mordfall: der Zuhälter Bela Titus wurde von einer Frau ermordet, die sich „die Tigerin“ nennt. Da erhält Anna eine merkwürdige Einladung: In einem Hotel in den Karpaten soll sie den Dokumentarfilm zeigen, den sie Jahre zuvor in Bukarest gedreht hat. Der Film dokumentiert den Alltag von Zwangsprostituierten – und das Verschwinden eines Mädchens, das von allen nur „die Tigerin“ genannt wurde. Anna ist irritiert. Erst als ihr Chef und Ex-Freund Richard Parker verspricht, sie zu begleiten, fährt sie in das Hotel in den Bergen. Dort treffen acht Personen aufeinander. Schnell wird klar, dass es sich nicht um ein zufälliges Wiedersehen handelt. Jemand scheint dieses Treffen von langer Hand geplant zu haben.
Jemand, der im Hinterhalt lauert.
Jemand, der wieder töten wird, wenn es nicht gelingt, ihn zu stoppen. // (Klappentext)

  • Broschiert / eBook
  • Verlag: Viktoria Publishing (2016)

Die Autorin:
Silke Nowak wurde 1975 in Ravensburg geboren, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität in Berlin und promovierte in Germanistik. Sie arbeitete dann selbst an verschiedenen Unis als Dozentin für Literaturwissenschaft sowie als Pressesprecherin und im Bereich der Neuen Medien.
Bisher von ihr erschienen sind: Auserwählt (2013), Schneekind (2013), Die schwarze Lilie (2015), Spielende (2014) und Penelopes Tod (2015). (Quelle: Die Tigerin)

Das Buch:
Der erste große Fall von Anna Gaspar: Der Zuhälter Bela Titus wird ermordet. Kurz darauf erreicht Anna eine Einladung in ein Hotel, in dem sie ihren vor Jahren gedrehten Dokumentarfilm über Zwangsprostitution zeigen soll.
Durch schlechtes Wetter eingesperrt in diesem abgeschotteten Hotel in den Bergen, ohne funktionierende Telefonleitung, ohne Handyempfang, ist an sich schon spannend genug. Aber dann beginnt auch noch ein Spiel ums Überleben und vor allem ums Vertrauen. Jeder könnte den Mord an Titus begangen haben und nun unter ihnen lauern, um wieder zu töten. Die Protagonisten trauen niemanden mehr, teilweise nicht mal mehr sich selbst. Auch die Hauptprotagonistin Anna Gasper ist hin- und hergerissen. Kann sie nicht einmal mehr ihrer ehemaligen großen Liebe Richard Parker vertrauen?

»Der Mensch ist frei wie der Vogel, der seine Kreise am Himmel zieht«, hatte mein Vater immer gesagt. »Du musst nur lernen, zu fliegen.« (Position 217)

Der Schreibstil, die Hintergrundstory und die aktuellen Geschehnisse verursachen eine Sogwirkung. Auch in langsameren Abschnitten bleibt die Spannung erhalten, einerseits durch die kurzen Kapitel und andererseits dadurch, dass längere Dialoge in einer Mischung aus Dialogen und erzählter Rede verfasst worden sind. Dadurch werden auch längere Erzählungen nicht langatmig.

Dem Kriminalroman vorangestellt sind drei Zitate zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel. Auch im Einstieg des Romans werden Informationen hierzu geliefert. Dadurch dass Anna selbst sehr emotional an den Fall herangeht und die Zustände beschreibt, hatte ich als Leser auch direkt diese emotionale Verbindung aufgebaut: Man hofft, dass solche Verbrecher zur Rechenschaft gezogen werden und den Mädchen geholfen wird, dies treibt ebenfalls die Geschichte weiter voran.

Freiheit war nichts für Schwächlinge, die glaubten, sie bräuchten nur die Tür zu öffnen und da draußen warte etwas Großes auf sie. Die glaubten, wenn sie das taten, was verboten war, bereits frei zu sein. Oh nein. Freiheit war ein verdammt kreativer Prozess. Ich wusste das. Das Problem dabei war, dass du deine Welt erschaffen musst, bevor sie dir die Kraft dazu rauben. Auch das wusste ich. Denn ich hatte es nicht geschafft. (Position 232)

Fazit: 5/5 Hat alles, was ein guter Krimi so braucht.

 

Lesenswerte Rezensionen von anderen Lesern:
Eine etwas kritischere Meinung
Eine sehr positive Meinung